Wer wird aufgenommen? Wie erhält man ein Stipendium?
Jede:r Schüler:in einer 10. Klasse im Bereich der braunschweigischen Landeskirche hat die Chance, einen Stipendiumsplatz zu bekommen.
Die Stiftung versteht sich auch in der jeweiligen Zusammensetzung der Stipendiatengruppen als eine ökumenische Initiative, die Jugendliche fördern möchte, unabhängig von ihrer Weltanschauung, Konfession oder Tradition.
Wesentliche Voraussetzung ist die Teilnahme am jährlichen Ausschreibungswettbewerb.
Das Ausschreibungsverfahren: Alle Schulen im Bereich der braunschweigischen Landeskirche erhalten üblicherweise zu Jahresbeginn die Ausschreibungsunterlagen für die Schüler:innen der 10. Klassen bzw. des ersten Berufsschuljahres Diese Unterlagen enthalten das Ausschreibungsthema: zumeist ein biblischer Satz oder ein theologischer Gedanke, mit dem sich die Schüler:innen auseinander setzen sollen.
Die Aufgabe: Die Teilnehmer:innen sind nach ihrer eigenen Position gefragt. Sie überlegen, welche Bedeutung dieser Satz/Gedanke für sie selbst bzw. für die heutige Welt hat. Es geht also nicht um richtig oder falsch, sondern um den eigenen Standpunkt. Die Aufgabe der Teilnehmer:innen besteht darin, ihre Überlegungen zu vermitteln, wobei der Phantasie und der Kreativität keine Schranken gesetzt werden.
Als Möglichkeiten der Umsetzung bieten sich, je nach Begabung, zum Beispiel an: eine Skulptur modellieren, einen Comic zeichnen, einen Brief an eine:n Freund:in schreiben, ein Spiel erfinden, ein Video drehen, ein Hörspiel aufnehmen, eine Fotocollage kleben, ein Kabarett entwickeln, eine Andacht, einen Gottesdienst überlegen, ein Lied komponieren. Eine Teamarbeit bis zu drei Personen ist möglich.
Der Zeitraum: Für die Arbeit bleibt ein Zeitraum von etwa drei Monaten. Üblicherweise zu Ostern (der genaue Termin wird in der Ausschreibung genannt) müssen die Ergebnisse an die Stiftung gesandt werden.
Das Auswahlseminar: Eine Kommission sichtet die eingegangenen Arbeiten und wählt danach bis zu 25 Bewerber:innen aus, die zu einem eintägigen Kennenlerntag eingeladen werden. Aus diesem Kreis werden bis zu zwölf Schüler:innen in die Stiftung aufgenommen und erhalten ein Stipendium.
Die Auswahl der Stipendiat:innen erfolgt aufgrund der persönlichen Einschätzungen der Mitglieder der Auswahlkommission, die sich aus Persönlichkeiten verschiedener Berufs- und Lebensbereiche zusammensetzt. Hierbei können eine Vielzahl an Kriterien eine Rolle spielen, wie z.B. Offenheit, Kreativität, Sozialverhalten, Konfliktfähigkeit, Neugier, sowie der wahrgenommenen Tauglichkeit einen Auslandsfreiwilligendienst zu absolvieren.
Das Stipendium: Es ist auf drei Jahre schul- oder ausbildungsbegleitende Jahre in Deutschland, sowie ein Freiwilligendienstjahr im Ausland angelegt und befristet. Während der der Stipendienzeit im Inland erhält jede:r Stipentiat:in eine monatliche Stipendiumsförderung von 20€. Des Weiteren übernimmt größtenteils die Stiftung die Teilnahmekosten am vielfältigen Stiftungsprogramm. Für das Auslandsjahr übernimmt die Stiftung die Reise-, Unterbringungs- und Versicherungskosten und zahlt ein Taschengeld für die grundlegende Verpflegung vor Ort.
Das Stipendiumsprogramm während der Schul- bzw. Ausbildungszeit: Das Programm sieht jeweils eine Begegnungsfahrt vor, bei der sich alle aktiven Jahrgänge kennenlernen und sich gemeinsam mit einem jährlich wechselnden Thema auseinandersetzen. Diese Fahrt findet jedes Jahr in der ersten Woche der Herbstferien statt.
Darüber hinaus finden weitere Tagesprogramme und Fahrten statt, wie z.B. eine Wochenendfahrt der Ehemaligen der Stiftung, welche diese üblicherweise im Frühjahr für die Stipendiat:innen anbieten, oder eine Fahrt zu den Jugendtreffen in der französischen Communauté de Taizé in den Sommerferien.
Das Stipendiumsprogramm im letzten Jahr: Im letzten Jahr schließlich erfolgt ein Aufenthalt der einzelnen Stipendiat:innen in einer der Partnerorganisationen oder Partnerkirchen der Stiftung in Japan, Namibia, Tanzania, England, Tschechien, Frankreich, Äthiopien, sowie Israel/Palästina. Hier bekommen die Stipendiat:innen über einen längeren Zeitraum Einblick in die verschiedenen Arbeitsbereiche der jeweiligen Einsatzstellen, sowie das Leben in anderen Ländern und Kulturen.
