Enticklungshilfe – Seminar in Braunschweig

Enticklungshilfe – Seminar in Braunschweig

Am Samstag den 14. Januar folgten wir Stipendiaten wieder gerne einer interessanten Seminareinladung. Um neun Uhr begann in den Räumlichkeiten der St.Jakobi-Gemeinde unser Seminar zum Thema Entwicklungshilfe.


Am Vormittag erhielten wir durch Herrn Steen, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Ökumenisches Lernen und ehemaliges Vorstandsmitglied des EEDs, eine informative Einführung in die Arbeit des Entwicklungswerkes der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst.

Im Anschluss erzählte uns Andrea Schirmer-Müller, die als Referentin von Brot für die Welt von Berlin aus für unser Seminar angereist war, als Einführung in das Thema des restlichen Tages einiges über die Zusammenhänge fraglicher Hähnchenfleischexporte der EU in Afrikanische Länder am Beispiel Ghanas.

Nachdem wir von ihr erfahren hatten, dass die ghanaische Geflügelwirtschaft durch massenhafte Exporte von Hähnchenresten aus reichen Industrienationen beinahe ganz zerstört worden ist, durften wir auch hier Nachfragen stellen. Danach ging es weiter mit einem abwechslungsreichen Planspiel zum Thema. Wir konnten zwischen verschiedenen Gruppen wie beispielsweise der ghanaischen Regierung, der EU-Kommission, der ghanaischen Bauerngewerkschaft, einer ghanaischen Tageszeitung, dem Verband FFA – Fleisch für alle oder der Initiative GENUG wählen.

Auf eine kurze Einarbeitung in unsere Rollen folgte eine Austauschphase zwischen den Parteien. Dabei und noch im Anschluss fanden angeregte Diskussionen statt, nach der die Regierung zu dem Schluss kam, dass sie EU ihrer Verantwortung nachkommen müsse. Druckmittel der ghanaischen Regierung war die Idee, dem Beispiel eines Nachbarlandes zu folgen und die Einfuhrzölle für Hühnerfleisch anzuheben um so die massenhafte Einfuhr des Fleisches zu Dumpingpreisen zu unterbinden.

Die Regierungsgruppe beschloss, dass die EU die einwandfreie Durchgängigkeit der Kühlkette gewährleisten solle, um gesundheitliche Risiken für die Bevölkerung zu minimieren. Es wurde auch beschlossen, dass den Bauern durch staatliche Förderung wieder die Produktion von anderen Fleischsorten möglich gemacht werden sollte – insbesondere ein in Ghana heimisches Nagetier, der sog. Grass Cutter sollte als Alternative zum europäischen Hühnchen gezüchtet werden.

Nach einem erholsamen und natürlich hähnchenfreien Mittagessen erfuhren wir, dass unsere im Planspiel gegebenen Bedingungen sehr realistisch waren.

Wir hatten viel Gelegenheit zum Austausch und hatten ein interessantes Seminar zu einem wirklich wichtigen Thema.

von Franka Rathert