Ausschreibungsthema 2019

„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.“

Epheser 2,19

Ich behaupte, jeder Mensch wird in seinem Leben ein Fremdling sein. Möglicherweise nur für die Tage eines Urlaubs. In Dänemark oder in den Niederlanden oder in Portugal verstehe ich die Sprache nicht. In England muss ich aufpassen, nicht überfahren zu werden wegen des Linksverkehrs. Die Einheimischen merken schnell, dass ich hier fremd bin, ein Gast für eine kurze Zeit. Wie ergeht es den Menschen, die aus gänzlich anderen Kulturen zu uns kommen. Ob Eingeladene oder Menschen auf der Flucht, sie hoffen und tragen in sich das Vertrauen, dass wir, die Einheimischen, aufnehmen und annehmen. Aber aus der eigenen Perspektive bleiben sie zunächst Fremde oder eben Gäste, von denen wir meinen, eines Tages verlassen sie uns.

 

Und gehören sie zu den Mitbürgern? Im alten Griechenland durfte sich nur der als Bürger bezeichnen, der Eigentum besaß und nicht körperlich arbeiten musste. Er durfte und sollte zur Versammlung der Bürger kommen, um die Stadt zu gestalten, d.h. zu regieren. So begann die Demokratie. Erst nach dem Ersten Weltkrieg, mit Beginn der Weimarer Republik erhielten die Frauen das Wahlrecht. Heute noch muss ein Jugendlicher warten, bis er 18 Jahre alt wird, um den Bundestag mit zu wählen. Bin ich erst volljährig ein Bürger, ein Mitbürger, der in seiner Verantwortung die Gesellschaft, die Politik des Landes mitgestalten darf ?

 

Überraschend mag es sein, dass ein Jugendlicher bereits mit 14 Jahren religionsmündig wird. Hier haben die Eltern keine Gewalt über ihr Kind. Über die Konfirmation entscheidet der Jugendliche.

Umgekehrt: Den Jugendlichen wird zugetraut, Mitbürger und Hausgenosse Gottes zu sein.

Gemeinsam mit den anderen Mitbürgern Gottes haben sie die Aufgabe, das Leben dieser Welt mit zu gestalten, mit zu verantworten. Und das bleibt das ganze Leben.

 

Und die Fremdlinge? Sie gehören dazu. Sie wohnen zusammen auf dieser einen Welt als Hausgenossen Gottes. Ob Menschen aus Mexico, Namibia, Indien, von den Osterinseln oder Russland und der Ukraine, sie gehören zusammen als Menschen, die Gott so nahe sind, dass sie die Rolle der Boten Gottes übernehmen. Die Boten Gottes heißen Engel.

Eine weltweite Gemeinschaft von Engeln; so beschreibt Paulus die Kirche, als die Menschen, die die Botschaft der Gerechtigkeit und des Frieden Gottes für diese Erde aufrufen.

Jetzt bist Du dran. Eine Fülle von Themen eröffnen sich. Nimm Dir Zeit, Dich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Was fällt Dir? Szenarien, Persönlichkeiten, Dein eigenes Lebensfeld, Konflikte und Lösungen. Vielleicht kannst Du manches im Gespräch mit Deinem Freund, Deiner Freundin oder Deinen Lehrern klären und weiterentwickeln. Bestimmt findest Du Beispiele

aus dem Weltgeschehen in der Weite oder vor Ort. Gib Deinen Gedanken und Empfindungen Raum:

ob Skulptur oder ein Spiel, ob Text oder Bild, ob Gedicht, Drama oder Tagebuch; ob Musik oder Film…Die Möglichkeiten der Umsetzung Deiner Gedanken in eine konkrete Gestalt sind unbegrenzt-im Gegensatz zum Abgabetermin:

Bis Sonntag, 17. Februar 2019 musst Du Dein Ergebnis an die Stiftung Ökumenisches Lernen, Kirchstraße 12, 38120 Braunschweig, geschickt haben.

Wenn Du mit einer anderen Person eine Partnerarbeit erstellen willst (maximal zwei Personen!), melde Dich bitte beim Geschäftsführer Harald Welge über Telefon 0531 84 22 08.

Solltest Du keiner Kirche oder christlichen Gemeinschaft angehören, bist Du auch willkommen und kannst Dich mit der Teilnahme um einen Stipendienplatz bewerben. Falls Du einer anderen Religion angehörst, solltest Du Dich mit dem Geschäftsführer (s.o.) in Verbindung setzen.

Wenn Du mehr über die Stiftung wissen möchtest, bist Du herzlichst zum

INFORMATIONSNACHMITTAG AM FREITAG, 14. DEZEMBER 2018

Von 16 bis 17:30 Uhr im Gemeindehaus St. Martini, Eiermarkt 3 in Braunschweig (nah am Altstadtmarkt) eingeladen.

Hier geht es zum Anmeldeformular