Ausschreibungsthema 2019-20

In diesem Jahr stellen wir Dir zwei Themen vor. Du hast die Wahl, welches Thema Du entwickeln möchtest:

„Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.“ – 1. Mose, 2,15

1.323.666 Menschen sind nach Erhebungen der WHO im Jahr 2016 durch Unfälle auf der Straße getötet worden. Das ist ungefähr die Zahl der Einwohner von München. Wer auf der Bundesstraße von Braunschweig nach Hamburg fährt, wird schnell erfahren, wie gefährlich es sich dort fährt. Ein weiterer Ausbau der Strecke über Wolfsburg als Autobahn soll die A7 entlasten, die Verbindung verkürzen und auch die Sicherheit der Strecke fördern. Eine Reihe von unterschiedlichen Gruppierungen will diesen Straßenausbau verhindern. Eine Frage der Kultur! In den beiden biblischen Schöpfungsgeschichten wird weniger die Entstehung der Welt beschrieben, sondern die Verhältnisse zwischen Gott, den Menschen und der Natur. Gott hat dem Menschen den Auftrag gegeben, diese Welt zu gestalten. Bebauen und bewahren: vor 3000 Jahren schon wurde dem Menschen die Verantwortung die Spannung gegeben zu bauen, in der lateinischen Übersetzung das Wort Kultur (colere; im Englischen to dress), und zu bewahren. Wie aktuell. Kultur meint also nicht nur Theater, Musik und Literatur, sondern schlicht die Art und Weise wie wir, wie ich auf dieser Welt lebe bis hin zur Frage nach der Zukunft der Welt. Die Thematik dieses biblischen Satzes eröffnet eine Vielfalt der persönlichen, politischen, kulturellen Gedanken und Gestaltungen.

„Ertrage einer den anderen und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage gegen den andern hat.“ – Kolosser 3,13

Josef ist der jüngste von 12 Söhnen und darum bevorzugt der Vater ihn. Entsprechend ergeben sich Spannungen zwischen Josef und seinen Brüdern. Als er eines morgens seinen Brüdern mitteilt, dass er geträumt habe, Sonne, Mond und Sterne verneigten sich vor ihm, da platzt den Brüdern der Kragen, so dass sie ihn nehmen und in einen Brunnen werfen, auf dass er dort sterbe. Aber er wird gerettet. Er gelangt in ein anderes Land und macht dort Karriere. Er schafft es bis zum Finanzminister und Berater des Königs. Jahre später treffen die Brüder ihren für tot gehaltenen Bruder wieder. Sie ersuchen um Hilfe, denn in ihrer Heimat ist der Notstand ausgerufen aufgrund der Trockenheit. Josef erkennt sie wieder, die Brüder ihn aber nicht. Schließlich gibt sich der jüngere Sohn zu erkennen; er nimmt sie an. Ob er vergibt, bleibt offen. Die Geschichte von Josef und seinen Brüdern, im 1.Buch Mose ab Kp.37 nach zu lesen, zeigt sich als ein Beispiel von Streit, von Anklage, gar von Mordversuch, von Hochnäsigkeit, von Trennung und Versöhnung oder doch eher nur von Respekt. Im Kolosserbrief Kap.3,13 findet sich die Aufforderung: Ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage gegen den andern hat“. Die Josef-Geschichte ist ein literarisches Beispiel, doch die eigene Erfahrung ist mächtiger. Die Aufforderung des Kolosserbriefes lässt sich aus der persönlichen Lebenswelt in gesellschaftliche, politische Sphären übertragen: Vielleicht Verletzungen in den letzten 30 Jahren des Zusammenwachsens (?) unseres Landes…Oder persönlich und sozial, politisch: Kann ich alles ertragen, den anderen so lassen? Kann es eine zu frühe Vergebung geben? Du wirst deine eigenen Erfahrungen und Gedanken dazu haben. Jetzt kannst Du sie weiterspinnen, bedenken und wirst damit immer einen wesentlichen Teil unseres Lebens fassen.

 

JETZT bist Du dran. Gleich, welches Thema Du wählst, eine Fülle von Themen eröffnen sich. Nimm Dir Zeit, dich mit deinem Thema auseinanderzusetzen. Was fällt Dir ein? Szenarien, dein eigenes Lebensfeld, Konflikte und Lösungen, Persönlichkeiten. Vielleicht kannst Du manches im Gespräch mit deinem Freund, deiner Freundin oder deinen Lehrern klären und weiterentwickeln. Bestimmt findest Du Beispiele aus dem Weltgeschehen oder vor Ort. Gib deinen Gedanken und Empfindungen Raum:

aus dem Weltgeschehen in der Weite oder vor Ort. Gib Deinen Gedanken und Empfindungen Raum:

ob Skulptur oder ein Spiel, ob Text oder Bild, ob Gedicht, Drama oder Tagebuch; ob Musik oder Film… Die Möglichkeiten der Umsetzung deiner Gedanken in eine konkrete Gestalt sind unbegrenzt – im Gegensatz zum Abgabetermin:

BIS SONNABEND, 15. FEBRUAR 2020

musst Du dein Ergebnis an die Stiftung Ökumenisches Lernen, Kirchstraße 12, 38120 Braunschweig geschickt haben.

Wenn Du mit einer anderen Person eine Partnerarbeit erstellen willst (max. 2 Personen), melde Dich bitte beim Geschäftsführer Harald Welge: Tel: 0531 – 84 22 08.

Solltest Du keiner Kirche oder christlichen Gemeinschaft angehören, bist Du auch willkommen und kannst Dich mit der Teilnahme um einen Stipendienplatz bewerben. Falls Du einer anderen Religion angehörst, solltest Du dich mit dem Geschäftsführer (s.o.) in Verbindung setzen.

Wenn Du mehr über die Stiftung wissen möchtest, bist Du herzlichst zum

INFORMATIONSNACHMITTAG AM FREITAG, 13. DEZEMBER 2019

von 16 bis 17.30 Uhr im Gemeindehaus St. Petri, Lange Straße 33 in BS (schräg gegenüber von Astor Kino, ehem. C1 Cinema) eingeladen.

Damit wir wissen, wer an diesem Wettbewerb teilnimmt, bitten wir ich uns Deine Anschrift mitzuteilen und Dich anzumelden. Vielleicht weißt Du auch schon, für welche Form (Comic, Video, Hörspiel, Musik…siehe Infoflyer) Du Dich entscheidest; dann kannst Du es uns mitteilen. Wir lassen uns aber auch gern überraschen. Wir sind gespannt auf Dein Ergebnis und wünschen Dir anregende Gespräche und sprudelnde Ideen. Bitte sende uns möglichst bis zum 24. Dezember 2019 Deine Anmeldung zu. Auch spätere Anmeldungen sind noch möglich – bis zum Abgabetermin.

Hier geht es zum Anmeldeformular